Neueste Texte

Cheers, Mate!

„Dann kannst du daraus wieder eine Geschichte machen.“ Er grinst. Gemeinsam mit meiner Freundin besuche ich einen alten Freund aus Schulzeiten. Schon faszinierend, wie und wo uns das Leben trennt und wieder zusammenführt. Er wohnt in London. Genau genommen innerhalb eines kleinen Vororts. Zwanzig Minuten zur Innenstadt, Klirren und Klemmen der Bahnschienen und miefiger U-Bahn-Duft inklusive. […]

Edge und Enten

Wir haben kein Netz. Nun gut, kein Netz ist übertrieben. Maßlos. Es herrscht „Edge“ in Frankreichs nördlichster Pampa. Das kleine „E“ am oberen Bildschirmrand des Smartphones verrät, was los ist. Und dieses „Edge“ ist nicht gut. Zumindest heutzutage nicht. Ich erinnere mich gut an eine Situation in Hamburg: Gemeinsam mit meinem Bruder saß ich im […]

Schlappen und Stechmücken

Herrlich. Einfach herrlich. Wie das Gummi meiner abgenutzten Kinder-Adiletten an meiner Fußsohle entlang schrappt. Es quietscht ein wenig, weil es nass ist. Nass von der Dusche, in der ich sie tragen musste. Draußen zu duschen ergab sich nicht. Nicht hier. Zwischen all den Fußball spielenden Kindern und umher düsenden Stechmücken. Daher die Duschkabine. Der Klassiker. […]

Knopfdruckpanik

Unabhängig. Wir sind so unabhängig. Brauchen nichts und wollen niemand. Freiheitserhaltend nennt man das wohl. Lassen uns nicht eingrenzen. Machen uns nicht abhängig. Leben vollkommen befreit. Wie ein Vogel im Wind. Oder ein Känguru in der australischen Wildnis. Dabei sind wir weder wie der Vogel noch wie das Känguru. Eigentlich ähneln wir Goldfischen. Goldfischen, die […]

Die Wespe und die Scheibe

Das Fenster steht offen. Sperrangelweit. Die saftig grüne Wiese spiegelt sich in der klargewischten Doppelverglasung. Etwas verzogen, leicht schräg und ein wenig anders. Als hätte man den erleichternden Eindruck einer natürlichen Aussicht in einen Farbfilter getunkt und herzlos darin ertränkt. Als wäre die Wiese saftiger und seine Blüten vollkommener. Perfekter als normal. Außergewöhnlich. Eine Wespe […]

Hippiepattern

Schamhaar. Langes, wallendes Schamhaar. Das leicht aus dem Bikini guckt. An den dünnen Nylonrändern etwas absteht. Wie ungekochte Spaghetti aus dem Kochtopf. Oder wehendes Weizengras, das am Straßenrand vor sich hin wächst. Und Musik. Mit Gitarren, Ziehharmonika und kühlem Bier. Das schäumt, wenn man es öffnet und im blechernen Dosenrand still verläuft. Gut geschüttelt von […]

Kreisgedanken

Wenn ich morgen vom Bus überfahren werde, hat das alles nichts gebracht. Welch glorreiche Argumentation für ein horrend fugenloses Leben, das wir uns zu eigen machen. Welch entzückende Phrase, die unser achtloses Sein befürwortet. Gar rechtfertigt. Welch augenscheinlicher Selbstschutz vor jenem Wandel, den wir Tag für Tag verneinen. Aber irgendwann. Irgendwann kommt der Bus. Langsam […]