Norweger sind schön.

Norweger sind schön. Sie sind blond, brünette, sportlich und schlank. Sie sind frohsinnig, ernster Miene, lustig und fokussiert. Norweger sind einfach schön. Selbst die, die auf den ersten Blick nicht so schön erscheinen, ergänzen beim genaueren Hinsehen ihre Umgebung wie ein fehlendes Puzzleteil das Gesamtbild.

Und Norweger sind gesund. Womöglich liegt das an den horrenden Alkoholkosten und dem selten anzutreffenden Junkfood in der Innenstadt. Aber Fakt ist: Sie sind gesund. Viel gesünder als wir Deutschen. Das sieht man ihnen an. Der Durchschnittsnorweger wirkt vital und zeitgleich verträumt. Fit und zeitgleich gesellig. Freundlich und oft etwas verwirrt, wenn er Englisch sprechen soll. Norweger verknoten sich nämlich gern die Zunge, wenn es um das Sprechen der vermeintlichen Weltsprache geht. Wahrscheinlich zu viele Vokale und zu wenig aufeinander folgende Konsonanten pro Wort. Aber das macht nichts. Denn Norweger sprechen ihre eigene Sprache dafür umso lieber. Und voller Freude. Und sie freuen sich, wenn man sie nach der Aussprache des Wortes Rentier in ihrer Muttersprache fragt. Es ist ihnen eine Ehre.

Außerdem ist der Kunde König. Man könnte behaupten, das müsse er bei diesen utopischen Preisen auch sein, dennoch fällt auf: Norweger sind gastfreundlich. Sie bedienen gern, sehen über Parkverbote zwecks Fjordbesichtigung hinweg und teilen. Norweger teilen gern. Das letzte Stück Kuchen am Buffet sowie die Bowlingbahn. Sie freuen sich geradezu über Touristen. Der typische Norweger kennt zwar keine pöbelnden Karnevalisten in der Innenstadt, toleriert aber jede Lautstärke der gerade anwesenden Touristenbande. Und noch viel mehr: Er kann trotz jener in seiner Stadtwohnung schlafen. Gut schlafen. Denn Norweger sind ausgeschlafen. Immer. Oder gut geschminkt. Aber das haben sie eigentlich nicht nötig. Denn Norweger sind schön. Es sei denn, die über den Ozean herüber schwappende Kultur des Westens kocht über und die Nachtclubs können doch einmal die Tanzfläche füllen. Dann schminkt sich sogar die Norwegerin. Obwohl sie schön ist.

Der Norweger ist eben ein Naturphänomen. Er passt sich seiner Umgebung an, verliert aber nie an Individualität. Er streicht durch die Gassen und erhascht durch sein Auftreten die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht, drängt sich aber nie in den Mittelpunkt.

Er ist wie seine Heimat. Facettenreich, voller Überraschungen und ruhig. Angenehm im Umgang, gnadenlos beim Verstoß gegen Gesetze. Denn mit den Gesetzen nimmt man es hier genau. Allein auf offener Straße reicht ein Kilometer pro Stunde zu viel für eine saftige Geldbuße. Doch der Norweger ist zum Glück ein Fuchs. Er prägt sich Blitzer genauestens ein, wird nie erwischt und akzeptiert die strengen Regeln seines Landes, während er sie kontrolliert überschreitet. Man könnte meinen, er sei ein Überlebenskünstler.

Dabei zeichnet den Norweger im Grunde nur Eines aus: Vertrauen. In sich, die Welt, seine Mitmenschen. Er toleriert, akzeptiert und ignoriert. In gesundem Maße und voller Rücksicht. Man könnte meinen, der Norweger sei ein Prototyp der Eigenschaften, die der klassisch westlich geprägte Menschentyp oft vergisst – und doch so oft braucht. Ein wenig Naturverbundenheit könnte uns immerhin nicht schaden. Vor allen Dingen zur Natur des Menschen.

Norwegen finde ich gar nicht so übel.


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