Gequält und in Ketten: Die hässlichste Begegnung meines Lebens

Wir haben einen Fehler gemacht. Einen Fehler, der das Leid der Menschen und Tiere auf dieser Insel womöglich unnötig in die Länge ziehen kann. Einen Fehler, der es andererseits vielleicht verkürzen kann. Einen Fehler, der in jedem Fall einer werden wird, wenn wir jetzt nicht handeln.

Bitte lies‘ diesen Text bis zum Ende.

Es ist neun Uhr. Wie so oft stehen wir an der Rezeption unseres aktuellen Hotels auf Koh Phangan und warten auf den Shuttle, der uns am heutigen Tage von A nach B fahren würde. Als wir schließlich in Richtung Parkplatz schlendern, beschleicht mich ein komisches Gefühl: Ein weißer Toyota Hillux mit zwei vertikal eingesetzten Rückbänken auf der eigentlichen Ladefläche steht zum Einsteigen bereit. Sicherheit ist anders, Komfort ohnehin. Doch gebucht ist gebucht.

Eine waschechte Safari sowie Schnorcheln mit anschließendem Flying-Fox durch die unberührte Natur steht uns bevor – zumindest laut Katalog. Was uns tatsächlich erwartet, ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.

„Come out! It’s time for the animal-safari“, ruft unser Fahrer durch die Rückscheibe, die die Ladefläche vom Fahrerhäuschen trennt. Wir steigen aus. Vor uns befindet sich ein kleines Holzhäuschen sowie ein paar vereinzelte Tische mit je vier Stühlen. Eine Safari stelle ich mir anders vor. Die fünf Minuten lange Wartezeit, die uns wie soeben angekündigt bevorsteht, verfliegt schneller als gedacht. „Ok, the elephants are ready!“ Ich ahne Schlimmes. Denn von Elefanten war nie die Rede.

Wir folgen dem scheinbaren Betreiber der „Safari“ (es ist mir nahezu unangenehm, diesen Begriff hier zu verwenden), bis er uns zu einem nur etwa zehn Quadratmeter großen Gehege führt. Darin befindet sich ein kleiner alter Gummireifen, braune Bananenschalen sowie von der Sonne vertrocknetes Gras. Inmitten all dieser Verkommenheit steht, was hier niemals hätte stehen dürfen: Ein einsamer alter Elefant. Seine Augen sind trüb, seinen Rücken bedeckt ein schlecht befestigter Sitz, der das offenbar angebotene Elefantenreiten ankündigt. Als ich seinen Rüssel betrachte, läuft es mir kalt den Rücken hinab. Die Rüsselspitze durchdringt ein etwa fünfzehn Zentimeter langer Spalt, sodass die Rüsselform an sich an die spitze gespaltene Zunge einer Schlange erinnert. Wir bleiben einen Moment stehen. Der schon sichtlich mitgenommene Dickhäuter versucht eine kleine vor ihm liegende Banane zu greifen – vergeblich. Sein Rüssel ist zu schwach und vor allen Dingen zu unkoordiniert, um die gelbe Frucht aufzuheben. Die zwei getrennten Rüsselenden driften in verschiedene Richtungen. Sein angeketteter Fuß verhindert wiederum, einen Schritt näher auf das daliegende Futter zugehen zu können. Ein wirklich trauriger Anblick.

„Riding?“, fragt der Betreiber freudig in die Runde. Niemand rührt sich. Lediglich ein paar mitgereiste Engländerinnen erklären sich für ein paar Fotos bereit, die sofort ihren Weg auf Snapchat finden. Verstörend.

Nachdem der offensichtlich misshandelte Elefant keinen großen Anklang bei uns finden konnte, wandern wir zurück zur Hütte und biegen um eine Ecke. Nur etwa fünfzehn Meter entfernt befindet sich ein grauer eingezäunter Betonplatz, der mit zusätzlichem Stacheldraht gesichert wurde. Darin befindlich: ein fast noch grausameres Bild als das des einsamen Elefanten. Inmitten des grauen Betonflecks liegen vier eng zusammengepferchte Krokodile, jedes misst schätzungsweise zwei bis drei Meter. Einem der vier Raubtiere fehlt ein kleines Stück seines Schwanzes. Umringt von grünbraunem Wasser, das in die kleine Rinne um die Plattform herum gegossen wurde, ernten die sonst so angsteinflößenden Zeitgenossen in diesem Aufzug lediglich großes Mitgefühl sowie den inneren Drang, sie endlich befreien zu können.

Der Betreiber betritt das Gehege. In seiner Hand hält er eine dünne Eisenstange, mit der er lautstark auf den Boden klopft: „And, does anyone want to take a photo?“ Er deutet auf mich. „Where do you come from, my friend? Take a picture?“ – „No, thanks“, bedanke ich mich höflich aber bestimmt. Lachend fragt er, ob ich etwa Angst habe. Mir ist nicht nach guter Miene zum bösen Spiel. „Really no one?“, versichert er sich ein letztes Mal. Wir erheben uns von der am Rand aufgebauten Tribüne, die darauf schließen lässt, welche Shows hier in der Regel vonstatten gehen, und traben frustriert und erschrocken zurück zum Auto. „No, no! Wait a minute, you did not see the monkeys“, versucht uns der Betreiber zu stoppen. Aber er hat Recht. Affen haben wir tatsächlich noch nicht gesehen. Und Affen kann man schließlich nicht so leicht einpferchen oder einengen, oder? Wie sich herausstellen sollte: Doch.

Endstufe der Qual: Zwei Metallstangen

An dieser Stelle möchte ich das Storytelling ad acta legen. Das, was uns bei den vermeintlich frei lebenden Affen präsentiert werden würde, ist mehr als eine Farce. Bilder von eingeengten Elefanten oder falsch gehaltenen Krokodilen sind heutzutage leider geläufig. Schlimm genug und noch unendlich trauriger live anzusehen.

Das, was man diesen zwei unterarmgroßen Äffchen dagegen scheinbar zumuten kann, sprengt jede Vorstellungskraft: Zwei horizontal angebrachte Metallstangen bilden angeblich die Astnachbauten. So sieht es zumindest aus. In der Mitte der beiden übereinander angebrachten Stangen hat man einen vertikalen Holzpflock in die Erde geschlagen, um – und jetzt festhalten – die Affen mit einem maximal dreißig Zentimeter langen Band daran festzuketten. Vor uns sitzen also zwei verzweifelt dreinblickende Äffchen mit alten Essensresten in der Hand, die sich maximal dreißig Zentimeter um den Holzpflock bewegen können und lediglich auf Metallstangen herumrutschen. Zu erwähnen, dass uns selbstverständlich ein Foto angeboten werden würde, ist überflüssig. Selbst die scheinbar etwas härter gesottenen Engländerinnen stoßen hier an ihre moralische Grenze. Die Äffchen tragen die Schlaufe des Bandes eng um ihren kleinen Hals.

Ich wende mich schließlich an unseren Fahrer und breche die Tour ab. Mit einem Taxi fahren wir zurück zum Hotel. In diesem Moment bereue ich, diese Tour gebucht und bezahlt zu haben.

Selbstverständlich werden wir alles daran setzen, unser Geld zurück zu erhalten. Doch leider ändert das nichts an den grausamen Umständen, in denen diese Tiere sowie ihre Halter – wenn auch nicht allzu viel davon zu lesen war – leben müssen.

Aber: Was können wir tun? Eine Frage, die mich zutiefst beschäftigt. Und dich nun vielleicht auch. Es passiert wirklich selten, dass ich dich als Leser direkt anspreche, aber diesmal ist es mir ein Bedürfnis.

Tierschutz-Thailand-Zitat-Spruch-Aktion

Der Beginn einer simplen Idee

Wenn ich mir Thailand und umliegende Länder ansehe, weiß ich nicht, ob die Aussage, es entwickle sich ohnehin alles zum Ökotourismus, ausreicht, um Tieren und Menschen in Not zu helfen. Es gilt, etwas zu bewegen. Es gilt, etwas anzupacken. Es gilt vor allen Dingen aber, Herz zu zeigen und nicht länger dem größtmöglichen Wohlstand hinterher zu jagen und jeden Cent auf die hohe Kante zu legen, um auch im Alter noch Ferrari fahren zu können. Vielmehr geht es darum, jedem Lebewesen dieses Planeten einen fairen Lebensraum zu schenken. Du hast ihn doch auch. Und Du hast deine Chance so gut es geht genutzt. Warum sollten Andere – ob Mensch oder Tier – nicht dieselbe Chance erhalten? Es ist genug für alle da.

Angekettete Affen auf einer Metallstange, misshandelte Krokodile in Betonbecken und rüsselgespaltene Elefanten sind keine Lösung. Genauso wenig wie in Hütten hausende Menschen, die von Tierquälerei leben. Wer sind wir, so etwas durch unsere Schaulustigkeit und Ignoranz zu begünstigen und zu finanzieren? Wer sind wir darauf zu hoffen, irgendein Institut weltweit würde sich schon darum kümmern? Und vor allen Dingen: Wer sind wir zu glauben, wir könnten es ohnehin nicht ändern?

Allein sind wir womöglich nicht in der Lage. Vielleicht hast du keine Idee, es hakt bei der Umsetzung oder dir fehlen die nötigen Kontakte. Aber weißt du, was jeder von uns hat? Ein funktionierendes Smartphone.

Aufruf: „Tu was Gutes“

Ich lade dich ein, gemeinsam mit mir eine Bewegung zu starten, in der wir uns verknüpfen und Ideen sammeln, um solche Missstände, die behoben werden müssen, zu beheben. Ich lade dich ein, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen, was vielleicht ein wenig zu heroisch klingt. Aber genau darum geht’s. Lass uns gemeinsam eine Bewegung starten, die finanzieller, ideeller und revolutionärer Natur genug ist, um etwas zu bewegen. Lass uns gemeinsam Lösungen finden, um Menschen und Tieren weltweit helfen zu können – abseits der ausgetretenen Pfade der klassischen Institutionen. Und selbst wenn du diesen Artikel nur teilst: Hilf mit, Leben zu retten, zu verschönern und den Menschen die Augen für das wirklich Wichtige zu öffnen.

Und so geht’s:

Wenn du Interesse hast, an diesem wichtigen Projekt teilzuhaben und anderen Lebewesen eine faire Chance zu geben, schreib‘ mir eine kurze Mail mit dem Betreff „YES, ICH BIN DABEI“ und deinem Namen sowie deiner Mailadresse als Mailinhalt an tuwasgutes@alexschreiner.de.

Ich informiere dich über alles Weitere und füge dich erst einmal zur Gruppe hinzu.

❌ Keine Sorge, bei diesem Projekt geht es zu 100% um eine Herzensangelegenheit und nicht um Spam, Mailadressen sammeln oder ähnliches. Deine E-Mailadresse wird keinesfalls veröffentlicht und du erhältst keinerlei Werbung zu diesem Blog. Es geht lediglich um unser gemeinsames Projekt „Tu was Gutes“. ❌

Schreibe jetzt eine Mail an tuwasgutes@alexschreiner.de und werde Teil einer vielleicht bald ganz großen Bewegung. Sei dabei.

Ich freue mich riesig über deine Unterstützung und hoffe, dass dich diese Artikel anspornt, mitzumachen. Gemeinsam können wir etwas bewegen. Ganz sicher!

Tu-Was-Gutes-Tierschutz

Liebe Grüße,

Dein Alex 😊🍀


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5 Kommentare

  1. Hey Alex,
    ich bin auch interessiert! Meine Kontaktdaten hast du ja 🙂

    Als ich vor zwei Jahren in Thailand war habe ich eine ähnlich negative Erfahrung machen müssen – leider! Wir waren in so einem Park, der als Tiger Tempel angepriesen wurde (von Tempeln keine Spur). Stattdessen nur Tiger, die wir mir schien, auf Drogen waren, völlig benebelt und vor den Tigern eine Schlange (!) von Touristen, die mit dem Tiger ein Foto machen wollten. Kann sowas auch nicht verstehen… und deswegen: bin gespannt auf deine Aktion und was du dir überlegt hast!

    Liebe Grüße

    Vany

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