Was tust du für mehr Toleranz?

„Toleranz ist in den heutigen Tagen so wichtig!“

An jeder Ecke hören wir heutzutage die lauten Rufe nach Toleranz, ein Recht auf Leben für jedes Tier, mehr Akzeptanz für Flüchtlinge – und natürlich jene Gegenbewegungen, die sich in die entsprechend andere Richtung äußern.

Und doch sind es so oft jene, die nach beispielsweise mehr Toleranz fordern, die sich abends in ihren Sessel fallen lassen, das Fernsehprogramm studieren – und schlichtweg nichts tun. Die Flüchtlinge kommen schon allein klar und Ausländer integrieren… Das übernehmen schon Andere!

Erst vor kurzem habe ich ein interessantes Gespräch über das Thema „Tierquälerei“ geführt. Auf meinen Impuls hin, man müsse doch aktiv werden und nicht nur herumsitzen und darauf warten, dass irgendetwas passiert, reagierte mein Gesprächspartner lediglich mit einem Schulterzucken und sah sich bereits als Helfer, da er sein Geld nicht für den örtlichen Zirkus oder Tiershows in Thailand einsetze.

Ist das schon eine Hilfe?

Ich glaube nicht. Ich glaube, helfen heißt anzupacken, um etwas zu bewegen. Ich glaube, echte Hilfe besteht aus Mitgefühl und dem Willen etwas zu verändern. Ich glaube, echte Hilfe zeichnet sich durch Tatkraft aus – und nicht durch passives Geldsparen. Denn wenn es so wäre, würde ich sämtliche Probleme dieser Welt lösen: Ich gebe kein Geld für Tiershows aus, ich gebe kein Geld für Fleisch aus, ich gebe kein Geld für Atomkraftwerke aus, ich gebe kein Geld für illegalen Fischfang aus und so weiter und so fort. Jackpot, Welt gerettet!

Doch das ist für mich keine Hilfe. Und ähnlich verhält es sich mit dem Thema Toleranz.

Vor einigen Monaten durfte ich in Australien den wohl inspirierendsten Menschen kennenlernen, der mir je begegnet ist und von dem ich binnen weniger Stunden so viel gelernt habe, wie in meiner ganzen Schullaufbahn nicht.

„Alex“, sagte er mich eindringlich anblickend zu mir, „ich habe viele Kinder. Und jedes meiner Sprösslinge tut etwas vollkommen anderes. Meine Tochter ist Nonne auf den Philippinen, einer meiner Söhne stinknormaler Bauarbeiter, während der Andere in ein Start-Up nach dem Nächsten investiert. Weißt du, was das Geheimnis unseres Familienglücks ist?“ Ich schüttelte den Kopf und wartete gespannt auf seine Antwort. „Dass wir einander nicht nur tolerieren, sondern unterstützen, wenn wir bemerken, dass sich jemand auf seinem Weg wohlfühlt. Und nicht erst dann zur Hilfe schreiten, wenn es zu spät ist oder jemand in einer misslichen Lage. Toleranz kann jeder. Wir müssen einander unterstützen. Nicht bekriegen, nicht ausschließen. Wir müssen Menschen anfangen zu tolerieren – das ist die Grundlage – viel wichtiger aber: Wir müssen einander stützen. Dazu sind wir hier. Anders macht das Leben keinen Spaß.“

Wow! Was eine Aussage. Wenn wir uns davon alle ein Stückchen abschneiden würden, uns nicht beschränken auf die Dinge und Glaubenssätze, die wir nicht können oder uns jeden Tag vorsagen… Welche Veränderung könnten wir schaffen?

Wie würde die Welt aussehen, wenn wir unsere Ozeane nicht achtlos verschmutzen würden, sondern sich regelmäßig säubern würden?

Auf Koh Samui durfte ich einen ganz wunderbaren Hoteldirektor kennenlernen.
Eines Tages lief ich den Strand entlang und fand einen großen Plastikbehälter. Einen derer, die man häufig in Fitnessstudios findet, um gratis einen Becher Wasser daraus aufzufüllen. Ich klemmte mir den Behälter unter den Arm und warf ihn in den Mülleimer.
Später am Abend konnte ich zufälligerweise ein paar Worte mit dem Hoteldirektor über dieses Thema wechseln. Er kannte das Problem und war sich des Verhaltens der Menschen bewusst. „Weißt du, wir kennen dieses Problem hier in Lipa Noi. Und deshalb haben wir vor einigen Jahren eine Aktion ins Leben gerufen: In regelmäßigen Abständen treffen sich alle Ortseinwohner am Strand und sammeln jeglichen Müll ein, der hier angespült wird. Das ist der Grund, weshalb unser Strand in der Regel so schön sauber ist und so hell strahlt. Wir kümmern uns um unsere Natur, weil sie sich um uns sorgt. Das ist unser Verständnis von Geben und Nehmen.

Was wäre also, wenn wir alle so denken würden? Wie würde sich die Welt verändern?

Es gibt so viele Baustellen auf diesem schönen Planeten, dass es sich doch wirklich nicht lohnt, durch Ignoranz und Feindseligkeit neue zu erschaffen.

Lass uns im Zwischenmenschlichen beginnen und zusammenhalten. Wenn wir uns tolerieren und unterstützen statt zu bekriegen… Dann kann jeder seinen Weg gehen. Und dasselbe für andere tun.

Ein besserer Planet ist doch gar nicht so schwer.


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