„In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.“

Ursprünglich komme ich vom Dorf. Nun gut, zwar bin ich in Münster geboren – immerhin – doch mein Städter-Glück war nicht von langer Dauer. Schon als kleines Kind hat man mich quasi ins Sauerland verschleppt. Das mag etwas hart klingen, aber im Nachhinein könnte man als Außenstehender echt meinen, mir sei etwas entgangen.
Doch dem muss ich widersprechen. Entgegen meiner heutigen Einstellung über ein lebenslanges Verweilen auf dem Dorfe, gebe ich gut und gern zu, dass ich die Kindheit und Jugendzeit äußerst gern dort verbracht habe — viel lieber, als ich mir heute rückblickend vorstellen kann. Und dennoch bin ich keinesfalls bereit, den Rest meines Lebens zwischen Schützenfest und Eckkneipe zu verbringen.

„Je größer du wirst, desto kleiner wird die Welt um dich herum.“

Natürlich hat es was, sein Leben dort zu verbringen, wo man aufgewachsen ist. Ein Großteil meiner Freunde tut das — und das ist völlig okay. Doch trotzdem möchte ich dir einmal erklären, warum es mich immer wieder fortzieht und ich dieses Zitat „In der Ferne erfährst du mehr als zu Hause“ ohne zu Zögern unterschreiben kann.
Den Horizont erweitern

Wenn du klein bist, erscheint dir die Welt riesengroß. Du hast kein Auto, kein Mofa und ein Taxi kannst du dir von deinem Taschengeld auch nicht leisten. Der Weg zum Bolzplatz erscheinen noch endlos und der City-Roller vibriert nach einigen hundert Metern so sehr in der Handfläche, dass du gar nicht anders kannst, als eine kurze Pause einzulegen. Das meiste gehst du ohnehin zu Fuß und wenn Mama dein Zimmer als ordentlich wahrnimmt, kannst du auch den Luxus genießen, gefahren zu werden.

Das, was die Nachbarn reden, sind noch riesengroße Neuigkeiten von Welt und dein Lehrer erscheint dir so mächtig wie der Bundeskanzler. Kurz: Du bist ein kleiner Teil eines großen Puzzles.

Und doch kommt irgendwann der Moment, in dem du bemerkst, dass du gewachsen bist und reifer wirst. Deine Welt schrumpft zusammen und womöglich wirst du mobiler. Dein Freundeskreis weitet sich aus und das, was früher deine eigene kleine große Welt war, ist heute nicht mehr als ein mittelgroßes Dorf, in dem jeder jeden kennt.

Herzlich Willkommen in der Realität.

Das Geplauder von den Nachbarn entpuppt sich als nichts weiter als Dorftratsch und dein Lehrer begegnet dir irgendwann völlig unbeholfen auf der Straße und du stellst fest: Er ist auch nur ein Mensch!

Ab jetzt wird’s spannend.

Denn auf lang oder kurz spürst du ein Gefühl von Unzureichlichkeit. Nicht auf persönlicher Ebene, sondern vielmehr so ganz allgemein. Du kannst es ignorieren. Viele Menschen ignorieren es. Tust du es nicht, wird dir immer mehr bewusst, wie groß die Welt wirklich und wie begrenzt dein Lebensradius bisher ist. Logisch, es gibt diese Menschen, die regelmäßig von Gott und der Welt piholophieren. Die gibt es überall. Aber sind sie selbst dort gewesen? Keine Chance.
Dir bleibt also nichts anderes übrig, als dich einmal auf die Socken zu machen.

Und wer weiß: Vielleicht gefällt es dir so gut, dass du kaum noch zurück kommst.

Die Welt im Handgepäck

Entscheidest du dich, deiner Heimat für einige Zeit den Rücken zu kehren, kommst du aller Wahrscheinlichkeit aus dem Staunen nicht mehr heraus: All das hast du die ganzen Jahre verpasst? Wahnsinn! Dein Horizont erweitert sich nicht nur, während du unterwegs bist, er wird quasi gesprengt!

Und während all dessen wird deine Heimat kleiner und kleiner…
All das ist nicht als Dorfschelte oder Lästerei über bestimmte Lebensweisen gedacht. Es möge jeder so leben, wie er oder sie es für richtig hält. Aber: Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass du dich an die Masse anpassen musst.

Bist du einmal unterwegs, verliebst du dich völlig neu in das, was ist und in die Orte, die du bereist. Du entdeckst Orte, an denen du vielleicht leben könntest und Orte, die du auf jeden Fall ein zweites oder drittes Mal besuchen wirst.

Wahrscheinlich wird dir auch bewusst, wie wenig unsere tagtägliche „Nachrichtenmeldungen“ die Stimmungen diverser Länder treffen, wenn du einmal selbst einen Einblick bekommst.

Man könnte sagen, du bildest dir deine eigene Meinung und hörst auf, abgefärbt von anderen häuslichen Meinungen beeinflusst und infiltriert durch die Gegend zu laufen.

Du bist für dich selbst das Maß der Dinge geworden, gerade weil du so viele neue Eindrücke mitnehmen darfst.

Kommst du wieder zurück, hast du quasi die Welt im Handgepäck, vor allen Dingen aber in dir gespeichert. Wie dir dann deine frühere „kleine große Welt“ vorkommen wird, kannst du dir sicher vorstellen.

Und deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass die Aussage, in der Ferne erfahre man mehr als zu Hause, zu einhundert Prozent zutrifft. Um das zu überprüfen, muss man die Ferne zuerst einmal gesehen und erlebt haben. Dann kannst du dir dein eigenes Bild dazu schaffen.

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Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie groß der erste Schritt in Richtung eigene Reise sein kann. Mir persönlich haben das folgende Buch sehr dabei geholfen, dieses komische Gefühl aus riesiger Vorfreude und zeitgleicher Angst zu bändigen. Vielleicht helfen sie dir genau so wie mir. 🙂


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