Von Werten und Bewerten

„Das ist aber jetzt wirklich die allerletzte Chance!“

Früher, als ich noch klein, unmündig und Schüler war, habe ich diesen Satz nur allzu oft von meinen Lehrern oder Eltern gehört – und selbst sogar oft gesagt. Das war irgendwie ganz normal: Stetig beteuern, es war das letzte Mal – und dann doch noch einen drauf setzen. Irgendwie habe ich mir da nie Gedanken drüber gemacht.

Mittlerweile schon. Denn die Frage ist ja nicht, wie oft wir jemandem eine „letzte Chance“ oder die berühmt-berüchtigte „zweite Chance“ geben, sondern warum.

Warum tun wir das? Ich glaube, eigentlich ist das ganz simpel: Weil wir Menschen stetig bewerten und – wie ich oft sage – wegwertenWegwerten deshalb, weil es letztlich genau das ist: Wir kleben jemandem ein Etikett an, bewerten ihn damit und schon ist das Ding durch.

Beobachte dich einmal selbst, wenn du durch die Stadt läufst: Wie viel und wen bewertest du innerlich? Und wie viel Prozent dessen wertest du weg? Heißt: Wen davon wertest du derart ab, dass du ihn einfach beiseite schiebst oder nicht beachtest.

Wir denken nicht mehr hinter Fassaden, fragen nach oder versuchen uns in die Lage eines anderen Hineinzuversetzen. Wir bewerten einfach binnen Sekunden ein Handeln oder ein Verhalten und kategorisieren.

Jetzt könnte man wieder argumentieren und behaupten, dass es für’s Gehirn wichtig sei, regelmäßig zu kategorisieren und zu selektieren, weil es sonst absolut überfordert wäre. Und ja, das stimmt auch.

Aber wie wäre es einmal, wenn wir in diesem Zuge vielleicht bei den monströsen Werbeanzeigen, -plakaten und sonstigen Beeinflussungen beginnen – und nicht bei unseren Mitmenschen.

Dann müssten wir auch viel weniger Menschen eine zweite Chance geben. Dann hätte diese nämlich niemand nötig.

Zweite Chancen entstehen doch bloß, weil uns jemand enttäuscht hat. Dabei ist eine Enttäuschung doch eigentlich etwas Großartiges: Das Ende einer Täuschung. Toll!

Würden wir aber niemanden Werten und ihm ein Etikett anheften, würde sich eine solche zweite Chance gar nicht ergeben. Weil wir niemandem eine Chance geben müssen. Weil jeder so sein darf, wie er will. Weil jeder das sein und tun kann, was er möchte.

Und schon vergeben wir keine Chancen mehr, damit jemand schnellstmöglich unserem Weltbild entspricht, sondern vergeben Verständnis, Zuneigung und zeigen Toleranz.

Probier’s mal aus.


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