Im ‚Jetzt‘ leben: Geht das eigentlich?

Wir hören es an jeder Ecke: Wir sollten im Jetzt leben. Keinen Gedanken an die Vergangenheit verschwenden, da sie eigentlich nicht existent ist – genau wie die Zukunft. Das Jetzt genießen. Ruhe bewahren. Wertungen vermeiden. Dinge wahrnehmen. Nicht beurteilen. Völlig frei leben.

Und das klingt ja wirklich alles großartig – genau wie das Gefühl, wenn dieser Ansatz für kurze Zeit seine Wirkung erzielt und wir wirklich im Jetzt leben. Aber: Geht das auf Dauer? Können wir wirklich auf Dauer so zeitlos im Raum schweben, selbst wenn wir wollten? Oder haben wir unsere gesellschaftlichen Schnüre dazu schon zu straff gezogen, um uns auf einen solchen Lebensstil einlassen zu können?

Wir hetzen von Tag zu Tag, schreiben Artikel für Artikel für Artikel, besuchen Ort für Ort und erreichen ein Ziel nach dem anderen. Völlig gleich, worum es geht. Der Weg ist das Ziel. Getreu diesem vollends missverstandenen Motto rennen wir durch unseren Alltag und können abends nicht einschlafen, weil der Kopf viel zu voll ist und es scheint, dieser kleine Mann im Kopf würde einfach niemals aufhören zu plappern.

Dann sagen wir Dinge wie „Ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht“ und hoffen auf das Mitgefühl unserer Mitmenschen, die sich anschließend bei Kaffee und Kuchen über ihre eigenen Plagereien beklagen. Wenn dann aber jemand dazwischen kommt, der vom Jetzt und einer inneren Ruhe spricht – dann wollen wir ihn nicht hören. Er schenkt uns keine Anerkennung.

Der Weg ist immerhin das Ziel! Und der Weg ist das Leben. Und das ist hart, anstrengend und wirklich nicht einfach. Das haben schon unsere Eltern und deren Eltern und deren Eltern erfahren – und Generation für Generation weitergegeben. Außerdem lernen wir das ja in jeder Soap. So falsch kann es also gar nicht sein.

Doch sollte jemand etwas anderes behaupten, werden wir ihn schon vom Gegenteil überzeugen, das ist ja kein Akt. Denn wer gegen den Strom schwimmt, wird schon irgendwann wieder weg gespült. Das war schon immer so.

Er meint es nur gut, so viel ist klar. Das sagt er ja auch immer wieder. Aber wir hören darauf erst gar nicht. Wir reagieren darauf nicht.

Im Jetzt leben. So ein Stuss. In der Zukunft, da liegt der Schatz vergraben. Wir müssen jetzt etwas tun, damit unsere Zukunft glorreich wird! Hart arbeiten, studieren, malochen, Geld verdienen – all diese weltlichen und herrlichen Dinge, die uns jenes Ansehen verleihen, nach dem wir so sehr lechzen – das hat etwas mit Ehre zu tun.

Rumsitzen und auf die Erleuchtung warten kann jeder. Und das nennt sich dann im Jetzt leben oder den Moment genießen. Pfeife!

Wenn ich den Moment genieße, dann muss ich doch etwas zu tun haben! Ich kann doch keine Löcher in die Luft starren. Erstrecht kann mir niemand einreden, es sei schon alles perfekt, so wie es ist. Es gibt schließlich immer etwas zu tun.

Und wenn schon alles perfekt wäre, wäre der Weg zwar das Ziel, aber der Weg wäre ja zu Ende, oder?

Ich bin mir sicher: Dieses Ganze Im Jetzt leben ist weit hergeholt. Das hat nichts mit dem echten Leben da draußen zu tun. Das Leben ist hart.

Und man muss etwas tun, damit man erfolgreich, angesehen und endlich angekommen ist.

Als würden wir komplett auf die Welt kommen. So ein Quatsch.

 


Ich hoffe, die Ironie kommt durch.
Dieser Text soll nur einmal das spiegeln, was dir hin und wieder entgegen kommen dürfte, wenn du einen anderen Weg gehst, als die Masse es vorgibt.
Lass‘ dich nicht davon abbringen, höre auf deinen Bauch und folge der Intuition. Achte darauf, was das Leben dir sagen möchte und nicht darauf, was dir Jan und Jedermann einflüstert. Bleibe bei dir – du bist bereits vollkommen, komplett und mit jedem Wissen auf diese Welt gekommen.

Die Aufgabe ist es, dich daran zu erinnern. Nicht, Neues, Höheres und ‚Mehr‘ zu erreichen.


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