Winterblues & Emotionsjazz

2017 ist vorbei. Rums! Ende, aus, Feierabend. Und ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob es nur mir so verdammt schnell vorkam. Mag sein.

Man sagt ja ohnehin, die Zeit verginge schneller, wenn’s gerade schön ist. Und außerdem solle man ja aufhören, wenn’s am schönsten ist. Dann wiederum vergeht die Zeit aber nicht schnell. Komisch.

Dennoch war 2017 das mit Abstand atemberaubendste Jahr, das ich bislang erleben durfte. Die Welt kommt mir so klein und zeitgleich so groß vor wie noch nie, jegliche Hemmschwellen sind gefallen, neue Träume entstanden, eine alte Liebe neu gewachsen, fremde Kulturen heimisch geworden und mein ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt.

Mir dünkt, ein anderer Alex lässt dieses Jahr vorüberziehen als jener, der es einst begann. Hier im Hof, im Schoß meiner Jugend, inmitten der aufmüpfigen Kindheitserinnerungen voller Lachen, Weinen und Monotonie schlug mir das neue Jahr mit voller Wucht ins Gesicht.

Aber – ich habe es angenommen. Laster verloren, Unnötiges abgelegt und den Fokus auf das Wesentliche gerichtet. Und wie das Leben eben so spielt – es hat funktioniert.

Es gilt nicht mehr, was höher, schneller, weiter ist. Sondern nur noch das, was Lächeln zaubert und Unstimmigkeiten außen vor lässt.

Ich denke sehr häufig zurück an das, was war – und könnte heulen, weil’s vorbei ist. Dann denke ich an das, was kommt – und könnte heulen, weil’s noch nicht ist oder in manchen Fällen ungewiss erscheint.

Im selben Moment spüre ich Dankbarkeit für all das, was passiert ist und das, was mir bevorsteht. Und irgendwie ereilt mich ständig ein Gefühl, dass alles gut werden wird. Ja, glatt noch besser werden wird als je zuvor.

Doch da sind wir schon wieder bei Bewertungen, die ohnehin nicht messbar sind. Mein Bauch wird’s schon richten. Er hat’s immer gerichtet. Zumindest dann, wenn auf meinen Verstand nicht viel Verlass war. Und auch nicht sein musste.

Manchmal weiß mein Bauch eben, wie er den Verstand ausknipst – und umgekehrt. Ich bin eben ein gutes Team. Haha.

Doch bei all den Gedanken ist mir doch glatt entgangen, was ich mir als gute Vorsätze auf meinen Spickzettel schreibe, den ich die ersten 14 Tage im neuen Jahr mit mir herumschleppe, dann auf einer mir noch unbekannten x-beliebigen Herrentoilette verliere und somit auch meine guten Vorsätze die Toilette herunterspüle.

Kurz: Ich hab’s nicht so mit Vorsätzen, übermäßig und haargenau gesteckten Zielen und all diesen Dingen. Ich vertraue da mehr auf das Leben. Oder das Universum, Gott, Buddha, Allah. Welchen Namen wir diesem „Ding“ nun geben, ist auch egal.

Doch natürlich habe ich Wünsche. Klar, wer hat die nicht. Ich würde zum Beispiel gern ein soziales Projekt finden, das ich dauerhaft mit viel Energie unterstützen kann. Das wär‘ was.

Außerdem bleibt mir nach wie vor die Sehnsucht einer gemeinsamen Reise mit meiner lieben Jasmin nach Down-Under. Irgendwie so, als würde dort noch etwas ganz Bestimmtes auf uns warten.

Vielleicht sehen wir auch John wieder, wer weiß. Wär‘ zumindest ein Träumchen.

Dann bin ich mega gespannt auf unseren Bus. Was ’ne Aktion! Hätte mir zu Beginn des Jahres jemand davon erzählt – ich hätt’s nicht geglaubt.

Es gibt so viele Dinge, die ich noch erleben möchte, dass es fast schon nicht mehr in ein einziges Leben reinpasst. Von daher wäre so eine Reinkarnation auch nicht das Schlechteste. Warum nicht.

Und mehr Geschichten möchte ich schreiben. Werde ich schreiben. Ja, ganz sicher. Meinen Fokus auf’s Texten lenken. Auf eigene Texte. Ja, auf eigene Bücher. Das wird ein Fest. Ein Buch ist ja immerhin schon halbfertig.

Toll, so halbfertige Sachen. Diese wunderbare Unvollkommenheit find‘ ich bezaubernd. Manchmal genieße ich’s, eine Sache einfach einen Monat lang beiseite zu lesen, aus den Augen zu verlieren und dann wieder zur Hand zu nehmen. Ist wie ’ne kreative Explosion. Peng.

Und jetzt – da ist es wieder – triggert mich das Fernweh. Wie so häufig in diesen Tagen.

Ein geiles Gefühl.

Was auch cool wäre: Einfach nochmal in 2017 starten. Dasselbe Jahr nochmal leben. Eine Schleife öffnen und dieses Jahr nochmals genauso passieren lassen.

Wobei, vielleicht würde dann der ganze Reiz des Unbekannten verloren gehen. Wahrscheinlich sogar. Wahrscheinlich ist das der ganze Zauber: Das Unbekannte.

Wenn das so ist, kann das neue Jahr nur gut werden.

Cheers!


 

P.S.: Über die Weihnachtstage gönne ich mir eine kleine Blogging-Pause. Ab dem 28. Dezember geht’s hier weiter – und zwar mit der nächsten Reise kreuz und quer durch Südeuropa. Ihr dürft gespannt sein!

Bis dahin wünsche ich euch ein besinnliches Weihnachtsfest und ruhige Weihnachtstage. Nutzt die Ruhe und denkt mal über euer Leben nach. Macht immer Freude.


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