Filterblasenmelancholie

Los, schließ‘ mich ein. Tief. Ganz tief in meine eigene Welt. In der nichts ist außer mir. In der nichts Platz hat als meine Meinung. In der nichts wächst, das nicht von mir gepflanzt.

Komm, zeig‘ mir, was ich sehen will. Die Bilder, die mir gefallen. Die Freunde, mit denen ich bald am Glas nippe. Die Gesichter, die ich sehen will. Und die Nachrichten, die mich bestätigen. Mehr. Immer mehr!

Und dann sag‘ mir, was ich brauch‘. Was ich kaufen muss. Was ich nicht verpassen darf. Wohin ich unbedingt gehen muss. Welches Fest darf ich nicht verschlafen? Ich muss doch erleben. Hilf‘ mir. Jetzt!

Weise mir den Weg. Zeige mir Arbeit, die mir gefällt. Einrichtungen, die zu mir passen. Und sag‘ mir, was den letzten Monat passiert ist.

Ja, all das will ich. Noch viel mehr.

Wie ein Schwamm, der nach Wasser schreit. Und ganz quallig fett wird, wenn er voll ist. Nichts mehr aufnehmen kann, obwohl das Wasser weiter läuft. Tropfen für Tropfen. Nicht mehr aufhört.

Und dann? Endlich. Nicht mehr fähig, den Platz zu verlassen. Triefend vor Selbstbestätigung und Untätigkeit. Genuss, wo bist du.

So will ich mich fühlen. Jetzt und in Ewigkeit.

Liken.

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