Südostasien

Wenn mich heute jemand fragen würde, was Heimat ist – ich hätte zwei Antworten parat. Die Eine bezöge sich auf mein soziales Umfeld. Logisch, so dürfte es den meisten Menschen gehen, wenn sie an zu Hause denken. Und das ist auch gut so. Ich würde fast schon sagen, das sei richtig. Wenngleich die Unterteilung in richtig und falsch doch stets eine kritische ist.

Die zweite Antwort jedoch entsteht aus einem spontan auftretenden Bauchgefühl, das mich bereits zum zweiten Mal heimsucht. Als würde es auf südostasiatischem Boden auf mich warten und bei Ankunft wohlgehütet in seine Arme schließen. Mich ganz fest drücken, auf die Schulter klopfen und dann sanft ins Leben entlassen. In all den Trubel, das Chaos und die pure Emotion, die diese Landschaften, Städte und Menschen ausstrahlen. Ja, ich möchte sagen: Gefühlt wird Asien mehr und mehr zu einer zweiten Heimat. Auf eine gar unbekannte Art und Weise, habe ich doch mein Leben nur zu einem verschwindend geringen Teil hier verbracht. Eine faszinierende Anziehung üben Kultur, Land und Leute dennoch auf mich aus. So ganz anders als zu Hause. Und doch so vertraut.

Sorgen nehmen ab, Ruhe kehrt ein und Stress wandelt sich zum Fremdwort. Frieden erhält Einzug und lang abwesende Gedankengänge fließen, als wären sie nie fort gewesen.

Ja, ich lege mich fest: Gefühlt wird Asien mehr und mehr zu einer Heimat für mich. Die sorgenlos trällernden Kellner, der problem- und regelfrei fließende Verkehr sowie das nicht abnehmende Lächeln eines jeden Menschen gegenüber verzaubern mich. Und solang dieser Zauber nicht abnimmt, möchte ich am liebsten nicht mehr weg.

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